Farbe

Hier als bunter Widerstand, gegen das Grau und Braun im öffentlichen Raum. Mal mehr, mal weniger ästhetisch und aussagekräftig, dafür immer richtig aufmerksamkeitsmagnetisch. Lohnt sich immer, so ein Farbsuchspaziergang.
Tschüssi Tristesse.

F wie ...
... Fokus im Februar.

Weg von Furcht, Fassungslosigkeit und Feindseligkeit.
Hin zu Fantasie, Feuer, Freundlichkeit.
Gegen den äußeren Frost und inneren Frust.
Für geteilte Freude und gelebte Fürsorge.
Ein F-Wort für (fast) jeden Februartag.
Fällt uns was ein?
Fangen wir an.
Leerlaufen


Wenn im unruhigen Gedankengewusel nix mehr hilft, hilft laufen. Gehen und gucken. Das Bewegen von Beinen und Füßen, am besten inmitten von Natur, mit ausladenden Armbewegungen und einladendem Blick. Möge etwas meine Aufmerksamkeit nehmen, bitte. Es braucht seine Zeit, ich gehe und gehe, denke und denke, an Arbeit und andere Menschen und all das, was hier draußen jetzt nun wirklich nichts verloren hat.
"Was soll ich im Wald, wenn ich dabei an etwas denke, das nicht Wald ist?" fragt Thoreau.
Genau, guter Punkt. Gilt meiner Ansicht nach genauso für Feld und Park und jedes andere Stückchen Natur, das bewusst erlebt werden will. Deswegen gehe ich ja schließlich dorthin, um mich dran zu freuen, mich zu sammeln und mich schließlich, im besten Fall und in bestgemeinter Art und Weise, leer zu laufen. Um wieder Platz zu haben, für das, was wirklich gesehen und getan werden will. Sinnvoll. Mit allen Sinnen eben. Nicht nur in Gedanken.
Gestern und heute
Zwei Tage, zwei Morgenspaziergänge, zwei völlig verschiedene Lebensorte.

Gestern: Auf einen Kurzbesuch im alten Leben. Zwischen Häuserschluchten und Menschengetümmel, Straßenlärm und Reizüberflutung. Aber auch: Zwischen meinen persönlichen Sternchen und den Verbindungen, die (m)ich halte(n). Für einen Tag nehme ich das auf, freue mich drüber, erinnere mich dran. Und fahre auch gern wieder. Bis zum nächsten Mal.

Heute: Auf einen ausgiebigen Gang in der neuen Nachbarschaft. Weite, windstill, winterfrostig. Balsam für das städtisch überreizte Gemüt. Mit den Gedanken bei den gestrigen Gesprächen, geteilten Erinnerungen und ausgetauschten Eindrücken. Mit dem Blick im Feld, im Nebel, im Nichts. Beides ist ein Genuss, ein Luxus, so eine Bereicherung. Danke dafür.
Näher ran

Etwas irritiert bis verwundert stehe ich davor, frage mich, was es mit diesem geflickten Kasten auf sich hat. Was soll das sein? Was war das mal? Was hat man sich dabei gedacht? Ausgeschnitten und zugemauert, ausgebessert und zugekleistert, wildes merkwürdiges Durcheinander, das ich mir nicht erklären kann. Wie Baiser auf Beton. In der einen Ecke hat jemand seinen Krempel abgelegt und in der anderen quillt die Füllung raus. Nee, wirklich Sinn macht das nicht und wenn ich zu lange drauf schaue, macht's mich irgendwie nervös. Aber interessant ist es ja doch und auf seine eigene Weise auch faszinierend, man wird sich was dabei gedacht haben.
Und beim genauen Hinsehen erkenne ich:

Ach ja, ist ja das Leben.
Letztes Licht

Mit kurzen grauen Tagen beginnt der Januar, stark bewölkt bis regenreich. Mit der Sonne versteckt sich auch die Neugier, ohne Licht bleibt auch die Kamera im Dunkeln. Doch dann: After the rain comes sun. Singt man so und weiß man ja. Aber als ich zum Feierabend zur Tür rein komme und sie linst noch kurz durch's Fenster um Hallo zu sagen, da ist die Freude ganz auf meiner Seite. Sie taucht nochmal alles in ihr liebes letztes Licht, kurz vor Tagesende, als wollte sie uns hoffnungsvoll zureden. Nein, es ist nicht immer grau und dunkel, alles nur eine Frage der Ausleuchtung. Ich bin da, keine Panik. Nach dem Regen komme ich doch, echt jetzt. Danke für die Bestätigung, das erleichtert ungemein.

Anfängergeist

Neugier zu Neujahr. Das Jahr noch völlig frisch, breitet sich wie ein noch unbeschriebenes Notizheft vor uns aus. Angst vor dem weißen Blatt? Erwartungsvoll, weil alles möglich ist. Sorgenvoll, weil alles möglich ist. Vorahnungen und Nachwehen, Wünsche und Visionen. All dies kann schwer lasten, den Start schon erschweren, bevor wir überhaupt richtig angefangen haben.
Drum will ich es im Januar mit mehr Neugier im Fokus versuchen. Sie soll der Angst den Stachel ziehen, sagt man. Ohne sie zu ignorieren. Sie fragt, statt automatisch einzuordnen, sie ist offen interessiert, statt einseitig bewertend. Als sähe sie alles zum ersten Mal, als wisse sie nichts und möchte aber alles verstehen. Sie kann der Filter sein, der die bekannte Umwelt in ein neues Licht setzt. Und uns so auf neue Wege führt, uns Alternativen zeigt.
Ich frage mich, was uns dieses Jahr erwartet, persönlich wie gesellschaftlich. Ich frage mich, wie ich dem begegnen kann und welche Ressourcen ich dafür zur Verfügung habe. Ich frage mich, was passiert, wenn ich statt X mal Z mache. Ich frage mich, wo ich gebraucht werde und was ich anbieten kann. Ich frage mich, was ich heute auf meinem Heimweg Neues sehe. Wie fühle ich mich, wenn ich aufhöre dieses zu tun und anfange jenes zu machen? Was habe ich eigentlich noch nicht versucht und was kommt wohl dabei raus, wenn ich ihm eine Chance gebe? Fragen über Fragen, die dieser Anfängergeist stellt. Wenn ich es ihm erlaube und nicht zurück ins Gewohnte gezerrt werde. Ich bin neugierig, wie es mir gelingt.
Frostfreude

Nichtmehr taufrisch am Jahresende, eher etwas zerknautscht und abgelabbert. Die Luft ist raus, erfahrungsgemäß bin ich damit nicht allein. Ich häng' so rum, nur Sonne und Frostfreude locken mich raus. Ab in den Wald, klar. Laufen, atmen, angucken was Wald und Wasser mit Wintersonne bei Minustemperaturen wieder Hübsches zaubern. Feinstes Glitzerglänz. So schafft es das schlaffste Blatt im rechten Licht noch zu glanzvoller Optik. Das Hinreißende im Unperfekten. Für mich hat es nicht weniger Charme als das pralle, saftige Grün jungen Frühlingslaubs. Es hat was hinter sich, ein Jahr geht nicht spurlos an uns vorbei. Also Zeit für ein Atempäuschen, ablegen oder abhängen, durchatmen oder durchfeiern, je nach Laune. Um wieder frisch zu werden für die nächste Runde um die Sonne. Entspannten Übergang, wir sehen uns dort.

Stimmungsvoll

Ein Wintermorgen in Brandenburg. Dieses Licht. Und so schön leise.
Ein Bild vom Jahresanfang, was mich nun zum Jahresende wieder in diese Stimmung versetzt, in der ich dort am Wiesenrand stand. Noch nicht richtig Tag, aber auch keine Nacht mehr. Die Ruhe vor dem Hereinbrechen der Geschäftigkeit des Tages. Ein Moment des Friedens.
Bilder können das, uns zurückversetzen. Wiederaufleben lassen, was uns dazu bewegt hat, das Foto überhaupt erst zu machen. Um ihn festzuhalten, diesen Moment, um ihn immer wieder Revue passieren lassen zu können.
Jetzt ist Weihnachten - und Frieden an vielen Orten dieser Welt, zwischen so vielen Menschen und in ungezählten Familien nur eine vage Erinnerung, ein vielleicht noch nie erlebtes theoretisches Konstrukt. Die gelebte Erfahrung sieht vielerorts anders aus. Ich möchte dies nicht aus dem Blick verlieren, wenn ich meine persönlichen friedlichen Augenblicke erlebe und festhalte. In der Hoffnung, dass sie sich multiplizieren und (ver)teilen lassen, sich Frieden ausbreitet und immer größere Kreise zieht. Eine naive Wunschvorstellung, vielleicht - aber wenn ich mir was wünschen kann, dann ja wohl an Heiligabend.
Friedliche und fröhliche Feiertage an alle. Wie auch immer ihr sie verbringt. Und vor allem der Wunsch, dass sich Frieden und Fröhlichkeit auch über's Fest hinaus halten. Ich freue mich in jedem Fall, nach einer kurzen Pause ab Neujahr in diesem Digital-Zuhause wieder Gäste zu empfangen.
Bis dahin: Merry Christmas everyone.

Spiel und Spaß

Zwischen Alltagssorgen und Pflichtbewusstsein, Verantwortungsgefühl und Ernsthaftigkeit, globalen Nöten und persönlichen Sorgen ist oft kaum noch Platz. Im Kopf, im Tag, im Kalender. Zumindest bei den meisten Menschen jenseits des Teenageralters, die auch nur ansatzweise so ähnlich gestrickt sind wie ich. Da wird's schnell trüb und trist, wenn nicht etwas Farbe reingelassen wird. Die Kids wissen ja immer noch am besten, wie das geht und ich bin dankbar, dass sie mir mit kleinen Erinnerungen immer wieder auf die Sprünge helfen, diese kleinen coolen Künstler. Und dann denke ich an sie, wie sie jetzt in den Ferien, einen Tag vor Heiligabend, zwischen Vorfreude und Süßigkeiten, die saisonalen Spiele und Späße vollends auskosten. Das ist zu Weihnachten schließlich Pflicht, im besten kindlichen Sinne.