Rund und bunt


Belebend und selbstklebend.
Genuss und Gedöns.
Gegessen und gefreut.
Auf meinem Tisch


Auf meinem Tisch in der Küche wechseln sich Tassen mit Tellern ab, machen Kaffee und Kerze gute Stimmung, liegen Kladde und Kugelschreiber schreibbereit. In all dem Hin- und Wegräumen bleibt aber eine Konstante auf der Platte: die Pflanze. Im grauen Übertopf leistet sie uns treu Gesellschaft, ist schon mit umgezogen und hat sich auch auf diesem Küchentisch wieder hervorragend eingerichtet. Ständig kommt ein neues Blatt, immer wieder, faltet sich auf und streckt sich zum Licht. Sie ist genügsam, kommt mit wenig Licht und Platz aus, ab und an etwas Wasser reicht ihr schon zum prächtigen Gedeihen. Umtopfen täte ihr sicher gut - nur fürchten wir ihr dann sicher bahnbrechendes Wachstum.
Wir hätten ja auch gern noch Platz am Tisch.
Verbunden sein

An einem Tag, an dem die eigenen Worte nicht so recht raus wollen, begegnen mir dann doch noch ein paar fremde, die es treffen:
"Wenn man einander schreibt, ist man wie durch ein Seil verbunden."
Meint Kafka. Und wer bin ich, dem zu widersprechen. Lieber schreibe ich weiter, versuche so viele Seile wie möglich zu spannen und noch ein paar hübsche Lichtchen dranzuhängen. Heller darf es schließlich auch gern wieder werden.
Schokolade


Ob flüssig und heiß oder fest und kühl, das ist mir ziemlich gleich. Hauptsache, am Nachmittag in greifbarer Nähe. Eins haben alle Versionen früher oder später sowieso gemein: Es bleibt nicht viel übrig. Reine Selbstbeherrschung für den Fotozweck, dass noch Krümel zu erkennen sind.
Am Himmel

Am Himmel war farbtechnisch heute früh gut was los, vor lauter Pracht kriegt man sich kaum ein, so schnell wechseln Lichtspiele und Akzente. Da können Mensch und Baum nur staunend zusehen, alles tanken, was möglich ist, denn - wie wir wissen - ist auch dieser Moment flüchtig.
Gegen Mittag hüllt man sich dann lieber in ein unaufgeregtes Grau. Wegen mir. Hat ja auch seinen Reiz.

Eingepackt

Eingepackt in diverse Wollschichten lässt sich der freitägliche (yeahy!) Feierabend ausgezeichnet einläuten. Wie genau ich meine Verpackung aufrechterhalten UND mich gleichzeitig innerhalb der eigenen vier Wände fortbewegen kann, muss sich in den folgenden Stunden noch zeigen. Dafür reicht mein Ehrgeiz heute gerade noch, alles andere dann morgen wieder.
Danke für...

...das, was alles zusammenhält.
Danke für die Verbindungen, die ich halte und die mich halten, ob für mich sichtbar oder unsichtbar. Die Lieben, die mir vertraut und täglich ganz nah sind und die, die zwar ferner sind, mir aber trotzdem nah bleiben.
Danke für all die unbekannten, ungezählten Menschen, die durch ihr Tun dazu beitragen, dass ich dieses privilegierte Leben in Gesundheit und Genuss so führen kann, wie ich es tue. Vom ersten Kaffee am Morgen bis zum weichen Bett am Abend, über die warmen Socken bis zum leckeren Mittagessen.
Danke für alles.
Kerzenlicht

Garant für Gemütlichkeit, Funkenflug der Verbundenheit, Heldin im Herstellen von Hoffnung und Herzenswärme. Tut auch heute verlässlich ihren Dienst und sei an dieser Stelle großzügig verteilt. Kann schließlich nicht genug davon geben, wie ich meine.
Rot, rot, rot

Rot entgeht mir, nicht meine Farbe, verliere ich heute ewig aus dem Blick. Und doch: Ein rotes Auto, auch nur schön, wenn es als Spiegel für Bäume dienen darf.

