Blattgold





Grünlich(t)
Last call für Chlorophyll and friends.







Goldener Oktober, here we come.
Linien





The fine line.
Zwischen hell und dunkel, fest und frei, Himmel und Erde. Nur eine zarte Verbindung, kaum zu sehen, und doch trennt sie ganz deutlich, schafft etwas Neues, grenzt sich ab. Sie gibt acht, dass nichts verschwimmt, untrennbar ineinander verwurschtelt und damit unübersichtlich wird. Sie mag manchmal hart sein, aber immer klar. Wo wir sie ziehen, in welche Richtung wir sie verschieben, überlässt sie uns. Das können wir entscheiden, immer wieder neu.
Reif


Die Büsche hängen voll, an den Wegrändern können die Obstbäume ihre famosen Früchte schon kaum mehr halten. Sie fallen mir praktisch in den Schoß, in den Mund, ich brauche die guten Stücke nur aufzulesen und reinzubeißen. Die Farben, die Formen und - leider nicht in Bildern weiterzugeben - der Geruch. Von nassem Gras, dem überreifen Fallobst, der kühlen Herbstluft. Irgendwo macht jemand ein Feuer in seinem Garten, der Rauch weht etwas rüber, fügt dem ganzen seine besondere Note zu.
Alles ist so üppig, nicht mehr lang, und es vergeht.
Was nehmen wir davon mit? Was genießen wir nochmal ausgiebig, bevor es bis zum nächsten Jahr verschwindet?

Licht, abends

Mal verlässt es uns mit fulminantem Abgang, dann wieder still und heimlich, oft dimmt es sich hinter Wolkenschwaden einfach weg. So oder so, lassen wir es nicht unbeachtet gehen.




Licht, morgens

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, kaum finde ich einen schöneren Grund früh aufzustehen. Noch ein bisschen umnebelt, in Watte gepackt, zart den Tag beginnen. Nur ein kurzer Moment zwischen Noch-Nacht und Schon-Tag, umso wunder-voller zeigt er sich.


Herbstlich(t)

Und so gehe ich los und gucke nach kleinen Herbstwundern, an diesen Nochspätsommertagen und in den kommenden Jetztaberherbstwochen, in denen das Licht immer weniger und gleichzeitig so viel schöner wird. Sammele Bilder wie bunte Blätter, freue mich dran wie an braunglänzenden Kastanien, die sich so schön glatt in meiner Hand anfühlen. Bald liegen sie unten, nicht mehr lang.
Blickwinkel


Vom Tunnelblick zur Himmelssicht
Die erste Seite meines neuen Buches empfängt mich mit einem Zitat von Hans Christian Andersen und ich fühle mich ertappt. Sinngemäß meint es, dass die Welt eine Ansammlung von Wundern ist, wir aber so knietief und engstirnig mittendrin stehen, dass wir sie als gewöhnliche Dinge betrachten. Als nicht der Rede wert, alltäglich, ja fast schon langweilig.
Nach einem an mir vorbei rauschenden Monat im Tunnel-Modus erinnert es mich einmal mehr daran, dass ich eine Wahl habe. Dass es darum geht, wie ich die Dinge betrachte und bezeichne. Wie ich hinsehe und worauf ich meine Aufmerksamkeit lenke. Ob ich näher hinschauen und was für ein Bild ich (mir) machen will. Diese Wahl möchte in jedem Moment von mir getroffen werden und das Schöne ist: Ich kann mich in jedem Augenblick neu entscheiden. Immer wieder neu starten, egal was vorher war. So auch jetzt. Wie befreiend.
Stilles Wasser

Ohne Worte. Natürlich.

Gelb
Ein abendlicher Farbspaziergang.



