Anfängergeist
Neugier zu Neujahr. Das Jahr noch völlig frisch, breitet sich wie ein noch unbeschriebenes Notizheft vor uns aus. Angst vor dem weißen Blatt? Erwartungsvoll, weil alles möglich ist. Sorgenvoll, weil alles möglich ist. Vorahnungen und Nachwehen, Wünsche und Visionen. All dies kann schwer lasten, den Start schon erschweren, bevor wir überhaupt richtig angefangen haben.
Drum will ich es im Januar mit mehr Neugier im Fokus versuchen. Sie soll der Angst den Stachel ziehen, sagt man. Ohne sie zu ignorieren. Sie fragt, statt automatisch einzuordnen, sie ist offen interessiert, statt einseitig bewertend. Als sähe sie alles zum ersten Mal, als wisse sie nichts und möchte aber alles verstehen. Sie kann der Filter sein, der die bekannte Umwelt in ein neues Licht setzt. Und uns so auf neue Wege führt, uns Alternativen zeigt.
Ich frage mich, was uns dieses Jahr erwartet, persönlich wie gesellschaftlich. Ich frage mich, wie ich dem begegnen kann und welche Ressourcen ich dafür zur Verfügung habe. Ich frage mich, was passiert, wenn ich statt X mal Z mache. Ich frage mich, wo ich gebraucht werde und was ich anbieten kann. Ich frage mich, was ich heute auf meinem Heimweg Neues sehe. Wie fühle ich mich, wenn ich aufhöre dieses zu tun und anfange jenes zu machen? Was habe ich eigentlich noch nicht versucht und was kommt wohl dabei raus, wenn ich ihm eine Chance gebe? Fragen über Fragen, die dieser Anfängergeist stellt. Wenn ich es ihm erlaube und nicht zurück ins Gewohnte gezerrt werde. Ich bin neugierig, wie es mir gelingt.