Fotografieren fürs Gemüt

Ein Sammelalbum

Ausgeblüht

Wochenlang guckte ich in ein cremeweißes Blütenmeer, wenn ich nach draußen sah. Konnte verfolgen, wie aus kleinen Knospen üppig blühende Dolden wurden, aus denen Hummeln ihre Schnuten genauso wenig lassen konnten, wie ich. Ein Fest für Augen und Nase, wie berauscht lief ich durch unsere Nachbarschaft, hielt den Kopf aus dem Fenster, um nochmal einen tiefen Zug zu nehmen. Vom Aroma, vom Anblick der Gewöhnlichen Robinie. Für mich persönlich nicht gewöhnlich. Konnte mich nicht satt sehen an ihr, wollte nicht, dass es aufhört, das Blütenfest. Nein, nein, jetzt noch nicht.
Aber - doch, so viel Lebenserfahrung habe ich inzwischen - ich weiß ja, dass jedes Fest mal vorbei ist. Jede Blüte verwelkt, jeder Rausch endet. So ist das. Und (in der Regel) ist das ja auch gut so. Das will ich zugegebenermaßen - Lebenserfahrung hin oder her - nicht immer hören. Aber schließlich ergibt sich dann was Neues, was Anderes. Frische Formen, neue Muster, ein veränderter Zustand. In diesem Sinne: Vorbei der (Muster-)Mai. Yippieh, jetzt ist Juni.
Und? Was sehe ich jetzt? Mal sehen.