Fahrt
Im Zug, noch leer und ungewohnt ruhig, vielleicht der frühen Uhrzeit geschuldet. Mit Fensterplatz, klaro. Einfach fahren, sitzen, schauen, was an mir vorbeizieht. Ich sehe was, was du hier liest:
Kahle Bäume. Braune Felder. Dazwischen Feldwege. Noch leere Straßen. Wolkenschlieren. Krähen. Ein paar Gartenhäuschen. Wieder Felder. Vier Rehe. Eine Reihe Büsche, eingefrostet. Strommasten. Häuser, manche neu gebaut, einige verfallen. Industriegebäude. Graffiti an einer Lagerhalle. Ampel. Mehr Strommasten. Hinweisschilder. Ein Schwarm Tauben. Rosa Sonnenaufgang. Waldstück. Zäune. Gerümpel im Garten. Ein Greifvogel auf seinem Ast. Wiesen. Flüsschen. Weiden am Ufer. Darüber Blauer Himmel. Flugzeug mit Kondenstreifen.
Sowas halt. Lässt sich ja unbegrenzt fortführen, so eine schlichte, sachliche Aufzählung von allem Gesehenen. Nette Nebenwirkung: Eröffnet neue Einblicke in die scheinbar bekannte Umwelt und hält die gedanklichen Schreckgespenster in Schach. Gute Fahrt, sag' ich mal.